Komposition in Idomeni

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Im heutigen Medienstream der meinungsbildenden Presse finden wir ein sorgfältig komponiertes Photo hier.

Manche Bilder fallen wegen ihrer photographisch guten Komposition auf. Der flüchtige Beobachter sieht hier eine Menschengruppe, die einen Fluß unter widrigen Bedingungen überwindet. Der Kinderwagen im Mittelgrund gibt der Szene die emotionale Aufladung, und man fragt sich natürlich, ob er wohl leer ist…

In der oben abgebildeter Analyse, wurden die einzelnen Bildelemente (als solche sieht der Photograph wohl die Menschen), nach augenscheinlicher Intention oder Rolle farbig markiert.

Das Ergebniß ist interessant:

  • Es sind 16 Kameras zu erkennen (neben der des Photographen selbst, die natürlich unsichtbar bleibt). Zu jeder gehört ein Photograph.
  • 15 der abgebildeten Personen sind offensichtlich Beobachter der Szene. Vermutlich handelt es sich bei einigen von Ihnen um die in den Berichten häufig als “Helfer”, “freiwillige Helfer” oder “Aktivisten” bezeichnete Personen.
  • Bei 28 Personen ist die Absicht oder Zuordnung nicht klar, sie scheinen aber auch ehr “neutral” gegenüber dem eigentlichen Ereignis zu sein.
  • 33 Personen schein das zu tun, was das Bild laut Unterschrift darstellen soll: Einen Fluß überqueren weil Sie auf der anderen Seite eine bessere Zukunft suchen.

Es sind scheinbar mehr Personen (64%) zu sehen, die in der einen oder anderen sekundären oder tertiären Funktion abgebildet sind, als solche die das tun, was das Bild und seine Unterschrift behauptet abzubilden (36%).

Bemerkenswert ist übrigens auch der Dialog der Blicke zwischen dem anfeuernden Bystander auf dem Ast oben links in der Bildecke und dem scheinbar seinen Weg suchenden Jungen Mann im Wasser im Bildmittelgrund.

Andere Bilder in der gleichen Serie scheinen auf den ersten Blick quantitativ ähnlich komponiert zu sein.

 

 

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Katrin Göring-Eckardt: Demokratie oder EU

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Aus der Sendung “Anne-Will” der ARD vom 6.3.2016, ungefähr bei Minute 47:50 in der in der ARD-Mediathek zugreifbaren Aufzeichung. Am Gespräch beteiligt: Richard Sulik und Heiko Maas.

SULIK:
Aber verstehen Sie, wenn die Bürger etwas nicht wollen, ist es Ihre Pflicht es zu tun was sie nicht wollen.

GÖRING-ECKARDT:
Aber es sind doch europäische Bürger.

SULIK:
Es ist Ihr Pflicht das zu tun, was die Bürger wollen, was der Wählerwille ist…

GÖRING-ECKARDT: (Leise, unter SULIK hinweg gesprochen):
Das ist doch … das Aus für Europa!

SULIK: (fährt fort)
…was Ihre Wähler wollen.

MAAS:
Und was machen Sie wenn die Bürger Europa oder die EU nicht mehr wollen.

SULIK:
Ja dann macht man ein Referendum, und wenn die Bürger sich so entscheiden, dann muß man das einfach akzeptieren.

MAAS (mit dem Unterton des Zweifels):
„okay !???“

Wie bitter muß das für die Vorsitzende der Bundestagsfraktion einer basisdemokratischen Partei sein. Allerdings scheinen die politisch Handelnden zur Legitimation immer weniger auf Wahlen als auf die Moral und die Lufthoheit in den Medien zu setzen. Selbst vor die Wahl gestellt, ob sie die EU oder Demokratie bevorzugen würden, wüssten wohl beide Kontrahenten von Sulik genau, wie sie sich entscheiden würden.

Nachtrag vom 10.04.2016

Ein Beitrag der Grünen Europaabgeordenten Rebecca Harms wirkt wie die Fortsetzung dieser Talkshow mit anderen Mitteln. Wenn nicht inzwischen 30 Jahre vergangen wären, wäre es höchste Zeit, die Grüne Partei wieder unter die Beobachtung des Verfassungsschutzes zu stellen, denn offensichtlich driften die Tonangebenden Schichten dieser Partei mehr und mehr in eine Richtung ab, in der sie die Demokratie als Grundlage der Verfassung in Frage stellt.

Nachtrag vom 11.04.2016

Der “inoffizielle” Duzfreund von Frau Göring-Eckardt – Jakob Augstein – unnachgiebiger Verfolger von allen “Bösen” was nach Volkswillen aussieht (denn das ist nicht seine “Klasse”) sekundiert heute in seinem Blog auf Spiegel Online und legt noch zu. Erstaunlich was das “Sturmgeschütz der Demokratie da in seiner Online Ausgabe so zulässt, wenn es von den richtigen kommt. Hier ein paar Zitate aus seinem Heutigen Stück “Volk und Wahrheit“:

  • “Aber das Wort Demokratie bedeutet nichts mehr.”
  • “Sollen die Menschen an den politischen Entscheidungen mehr beteiligt werden? Bloß nicht.”
  • “Denn beim Volk, das ist eine paradoxe Wahrheit, ist die Demokratie nicht gut aufgehoben.”

Was aber wirft er der Demokratie vor? In erster Linie, daß sie nicht das verwirklicht, was er und seine Freunde als Wahrheit, Fortschritt oder Gerechtigkeit erkannt haben. Wir sind hier nahe der Wurzel: Die beklagenswert oberflächliche Beschäftigung mit den Ursprüngen der Demokratie in der Generation J. Augstein führt zu einer völligen Missdeutung davon, welche Frage die Demokratie löst: Nicht wie man Fortschritt schafft oder Gerechtigkeit, sondern wie man die Herrschaft von fehlbaren Menschen rechtfertigen kann. Schon der Gedanke, daß sie selbst Fehlbar sein könnten, liegt diesen Feinden der Demokratie so fern, daß sie noch nicht einmal das Problem verstehen.

Die Krokodielstränen eines Manipulators – Reinhard Müller schreibt über die Meinungsfreiheit

Reinhard Müller schreibt über die Meinungsfreiheit – nun denn:

Ganz offensichtlich steuert die FAZ den “Meinungsstrom” der Kommentare bewusst und nicht nur um “Hetze” zu unterbinden.

13.07.2015: 2500 zugelassene Leserkommentare
13.09.2015: 150 zugelassene Leserkommentare.

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Zugelassene Forenbeiträge der FAZ seit dem 01.01.2010

 

Man darf davon ausgehen, das die faktische komplette Sperrung der Kommentarfunktion in Zeiten der Debatte über die gerade von der Kanzlerin verkündete bedingungslose Grenzöffnung, nicht ohne meinungsbildende Absicht geschah.

Das Blatt hatte in der Folge sogar Angst, die Kommentare der eigenen Autoren zu veröffentlichen.

Geändert hat man diese Haltung erst, als es mit “den Ereignissen von Köln” opportun erschien, die “Wende” zu machen (so wie viele andere Medienmacher auch).

Müllers eigenes Blatt spielt mit den Kommentaren der Leser und nutzt die Verfügungsgewalt über das Medium um eine Verzerrte Wahrnehmung der wirklichen Meinungslage bei den Lesern zu erzeugen.  gleichzeitig beteiligt man sich eifrig an der Schelte neuer Konkurrenten auf dem Meinungsmarkt, die “Filterblasen” erzeugen würden. Die Filterblase, die das eigenen Redaktionskollektiv bildet kritisch zu hinterfragen, ist offenbar zu viel verlangt von den vielleicht klugen, aber keineswegs weisen Köpfen die hinter dem Balt aus Frankfurt stecken.

Die Herausgeber der FAZ sehen es als eine Aufgabe des Journalisten, in die Gesellschaft “hinein zu wirken”:
Vielleicht ist es ja diese Anmaßung des deutschen Journalismus “wirken zu wollen” – also letztlich ungewählter Teil des Herrschaftsapparates sein zu dürfen, der der Regierung die Dienstleistung der Meinungsmanipulation liefert – anstatt im altmodischen Ethos des Berufsstandes dem Leser die Dienstleistung der Verdichtung des Informationsstroms mit größt möglicher Objektivität zu leisten – der deutschen Journalisten diesen Ruf der Unglaubwürdigkeit, Arroganz, Parteilichkeit und devoten Abhängigkeit von den Rockschößen der Mächtigen einbringt.

Leserkommentare FAZ: Daten & Interpretationen

Publikationen mit dem Anspruch “Meinungsbildend” zu sein, werden seit der Aufklärung an der Transparenz ihrer Arbeitsweise gemessen.
In seinem Editorial “Das Menetekel von Köln” beklagt der FAZ-Autor Köhler die “politische Schweigespirale” in die seit dem Sommer 2015 das Thema “Flüchtlinge” eingesponnen worden sei.
Er verschweigt dabei jedoch die aktive und bewusste Beteiligung  des Mediums FAZ an eben dieser Schweigespirale, die doch in den Seiten seiner Publikation offen vorliegt.

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Nicht hören wollen (updated: 20.03.2015)

Zur Vorgeschichte

Das Medium „FAZ“ unterstützte nach der „Wir schaffen das!“-Botschaft Frau Merkels den Kurs des SPD-CDU Kabinetts mit einem rigiden Shutdown der Beiträge, die von der der geschätzten Leserschaft in den Foren der FAZ entgegengenommen wurden

13.07.2015: 2500 zugelassene Beiträge
13.09.2015: 150 zugelassene Beiträge

mit der Begründung dass es zu viele ungeeignete Beiträge zur Flüchtlingsfrage gegeben habe. Alle Artikel in diesem, die öffentliche Diskussion im vierten Quartal 2015 beherrschenden Themenkreis, wurden ohne Lesermeinungs-Foren veröffentlicht. Andere Publikationen der Größenordnung der FAZTAZSDSPONZEIT-Gruppe gingen ähnlich vor.

Die “geistig-moralische Wende”

Nun aber, nach einer Silversternacht in Köln, deren Verwertbarkeit im publistisch-politischen Komplex zunächst unterschätzt wurde, dann aber, so ungefähr seit dem 4.1.2015, 9:30h (Evidenz: Erster DLF Beitrag der die in einem Polizeibericht hergestellte Verbindung zwischen den Kölner Ereignissen und „Männern südländischem Aussehens“ transportierte) öffnet das Medium FAZ die Pforten der Lesermeinungen zum Thema “Mitten in Köln“. Und die Meinungen entsprechen dieses Mal wohl den Erwartungen, die die Herausgeberschaft an Ihr Publikum hat.

Überraschend allerdings ist, das sich dieses Medium in Person seines Autos Köhler in einem Kommentar mit dem Titel „Das Menetekel von Köln“ über die „politisch gewollte“ Schweigespirale auslässt, die es nach dem 4. September (dem „Wir schaffen das!“-Moment) gegeben habe. Ganz so, als sei er selber vollkommen unbeteiligt an dieser.

Wie die Zahlen (s.o.) aber deutlich zeigen, hat die FAZ ihr Publikum seit dem Sommer selbst bewusst zum Schweigen gebracht. Das besagte Editorial des Herrn Köhler erscheint vor diesem Hintergrund – wie soll man es formulieren – nun ja, “ungeschickt”…

Interessant übrigens, das die „klugen Köpfe“ der Leserbriefschreiber sich für die nun im Januar 2016 neu gewährte „Freiheit der Meinungen“ und seinen „mutigen Kommentar“ artig bedanken.

Um das oben Gesagte – daß im Kern ja nicht wirklich überraschend ist und daher etwas schwarzbrotmäßig daher kommt – vielleicht doch etwas zu transzendieren, sei hier an einen Text aus “Der Spiegel” Nr. 6, 1993 erinnert.

FAZ läßt Schüler studieren ODER Eine verlorene Generation von Lehrern

Die FAZ – eine lokale Tageszeitung in Deutschland – lanciert (siehe hier) eine Studie zur Computerkompetenz deutscher Schüler. Hier der Versuch einer “Evaluation” dazu:

Was hier gut läuft:

  1. Die Studie ist veröffentlicht worden und wird nicht als Behauptung in den Raum gestellt,wie dies sonst in der öffentlichen Debatte in Deutschland üblich ist.
  2. Die Studie könnte die öffentliche Diskussion dahin bewegen, mehr Geld zur Ausstattung der Schulen mit zeitgemäßen Gerätschaften (zum Bespiel Büchern aber auch Internetverbindungen, WiFi Infrastruktur etc.) zur Verfügung zu stellen statt das wenige Geld für irrsinnige Konzepte wie “Schulserver” (die schon bei der Installation nicht funktionieren, geschweige denn einen Monat später) zur verbraten. (P.S.: Die Umwidmung von Personalmitteln – schon 2 % würden reichen – in Sachmittel wage ich nicht einmal vorzuschlagen – s.u.)
  3. Die Haltung “Computer? Was hat das mit meinem Deutschunterricht zu tun?” könnte als das was sie ist erkannt werden: Eine Ausrede träger Lehrkräfte.

Und nun was schlecht läuft:

  1. Die Leser der FAZ diskutieren hier über eine Studie von “Schulforschern” und “Erziehungswissenschaftlern”, die sich Definitionshoheit über “21st centrury Skills” anmaßen.
  2. Die Wissenschaftler erkennen nicht (oder verschweigen es lieber), dass die Kompetenzen, die sie einfordern wie etwa”adressatengerechte Informationspräsentation”, “selbstständiges Herstellen von Informationsprodukten”, “Hinterfragen von Informationen” Kernthemen von Fächern wie Deutsch (Sprachniveaus) oder Geschichte (Quellenkritik) sind.
  3. Die Autoren der Studien sind – Aufgrund ihrer Verankerung im Establishment der Erziehungsindustrie der Republik – einfach zu vorsichtig oder feige um den Skandal zu benennen: Eine saturierte Klasse von verbeamteten “Erziehungsarbeitern”, die in der “mir kann keiner” Haltung verharren dürfen und und Ihrem bestentlohnten Ruhestand im imaginierten Burnout entgegen dämmern. Alimentiert von einem Staat, der sich gerne jedes “kritische Potential” vom Hals halten möchte. Die verlorene Generation ist nicht die der Schüler, sondern die die der Lehrer (oder Meta-Lehrer wie die Studienautoren).

Das war jetzt wirklich “balanced” oder?

Congressman Pittenger / Terrorismus und unkonventionelle Kriegsführung

Zu: faz vom Sonntag, dem 21.09.2014 “Die NSA betreibt keine Massenüberwachung, sie sammelt Daten

Abgeordneter Pittenger ist Vorsitzender der “Congressional Task Force on Terrorism and Unconventional Warfare”.

Er besuchte im August 2013 Israel um “Effektiver in seiner neuen Rolle zu werden”:

Hier einige Zitate dazu aus dem Hunteresville Herald 12.08.2013 (Huntersville liegt im Wahlkreis des Abgeordenten)

[Bei seiner Visite Israels] “war Pittenger besonders an Treffen mit israelischen Sicherheitsbeamten interessiert, die intensive Erfahrungen mit der Terrorbekämpfung haben.”

“Pittenger hat privaten Treffen mit Israels Premierminister B. Netahanjahu, Präsident Shimon Peres und Palästinenserpräsident Abbas beigewohnt.”

“Dadurch, das ich von der Anti-Terror Erfahrung der Israelis lerne […] werde Ich besser auf den Erlass von Gesetzten zum Schutz der Amerikaner vor solchen Bedrohungen vorbereitet sein.”

ENDE DER ZITATE

Da können sich die Amerikaner ja auf einiges gefasst machen…

Und was genau wollen nun unsere Abgeordneten von Congressman Pittenger lernen?

Legitimitätsglauben / “Wahrheit” spielt keine Rolle

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@FAZ: SPD wusste seit Oktober vom Verdacht gegen Edathy

Der Zweifel, der seit NSA und Ihrer Kollaborateure in Deutschland gesät ist, frisst sich in alle Bereiche des Staates. Die erste, zweite und dritte Gewalt und auch die “vierte” (Presse): Sie alle werden der neuen, der fünften Gewalt der transnational kollaborierenden “Dienste” unterworfen.

Das schöne ist: Nachdem man so ein Exempel statuiert hat (an einem relativ kleinen Gegner der Dienste) braucht man das in künftigen Fällen gar nicht mehr wirklich zu tun. Die anderen Gewalten fügen sich auch so.

Zitat:
“Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden.“ Im Gegensatz zur Macht setzt Herrschaft nach Weber Legitimität voraus, die erst durch die Akzeptanz der Herrschenden durch die Beherrschten (Legitimitätsglauben) sichergestellt wird.“
(Wikipediaartikel „Herrschaft“)

Die SPD Führung akzeptierte bereits im Oktober. Was sollte sie auch machen…

Tip Suche: “Military brass, behaving badly” -> Das gleiche im großen Stil.

Not only privacy but also constitutional order is at stake

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Linde Fuchs
8:27 AM GMT+0100

Why is it, that nobody publicly discusses how the excesses of the “the services” undermine the very constitution of the USA? A fifth power has ben established, able to undermine and control the legislative, juridical, executive branch AND the press.

All that is lacking is the “Will to power” of the services in order to “flip” the country. (or is it there and the public does not recognize it has happend already?).
In a split society like the US it is only a small step until one of sides determines that the guys on the other are a thread to the country that needs to be controlled just like foreigners.

It has been repeatedly confirmed and demonstrated that the other branches are not able to control the new one. The momentum that the USA are developing on the “slippery slope” the country is on can probably now still be held up. But how long?