Herr Augstein, der bekannte Talkshowgast, stellte in seiner unlängst veröffentlichten Kolumne “Im Zweifel Links”, die auf der Website des von seinem gesetzlichen Vater Rudolf gegründeten nationalen Magazins veröffentlicht wird, den Lesern eine ganze Reihe von Fragen auf die er offensichtlich keine Antworten sucht, weil er grundsätzlich viel lieber Antworten gibt.

Ich fühle mich aber trotzdem genötigt dem Manne zu helfen…


Herr Augstein: Ist Terror Wahnsinn?

Eine Leserin: So hat er doch Methode…

Herr Augstein:  Wann nennen wir eine Gewalttat Terror, wann nennen wir sie Amok?

Eine Leserin: Da man es im öffentlichen Diskurs ohnehin aufgegeben hat, Dinge beim Namen zu nennen und man sich die gewünschten Bezeichnungen für das Geschehen von den Presseabteilungen der Macht ins Hirn tweeten läßt, ist das nicht wirklich nicht Ihr Problem.

Herr Augstein: Aber wie soll ein Luftangriff über Syrien einen Attentäter in Nizza von seinem furchtbaren Vorhaben abhalten?

Eine Leserin: Da gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, die man sich alle nicht wirklich vorstellen möchte. Als Zivilistin.

Herr Augstein: Und was vermögen die Befugnisse des Ausnahmezustands gegen einen bislang unauffälligen Täter, der seinen persönlichen Wahn mit einer frei verfügbaren, wirren islamistischen Ideologie verknüpft und dann mit Alltagsmitteln eine furchtbare Gewalttat verübt?

Eine Leserin: Nichts. Aber schon mal daran gedacht, das der Ausnahmezustand dazu dienen kann, die Bevölkerung besser in Schach zu halten? Man bekommt dann auch neue Arbeitsgesetzgebung recht einfach durch die Nationalversamlung. Bestimmt haben Sie auch schon einmal die Idee gehabt- Aber geschrieben, ach nein, das traut man sich dann doch nicht, weil es die Sektlaune mit den künftigen Machthabern wie der lieben Kathrin (mit der man sich nur nach der Talkhow duzt) verderben würde, und wer weiß – vielleicht braucht Deutschland ja auch bald ein bisschen Ausnahmezustand, damit man bei dem zunehmend renitenten Volk mal etwas durchregieren kann.

Herr Augstein: Ist das schon ein Sakrileg? [Anm: Als Politikerin die Polizei ohne Sachkenntnis in einem Tweet kritisieren]

Eine Leserin: Nein, das ist dumm.

Herr Augstein: Aber wie zivil sind wir noch?

Eine Leserin: Ich weiß nicht wie zivil Sie sind, denn Ihre Rhetorik hört sich schon manchmal nach einem Kombattanten an. Ich für meinen Teil kann noch zivil sein, weil andere kämpfen.

Herr Augstein: Sind wir so weit, dass man sich so wieder hören lassen kann?

Eine Leserin: Ja. So weit hat es unter anderem eine dumme, enthemmte geschichtsvergessene publizistisch-populistische Schreibe von “links” und “rechts” gebracht.

Herr Augstein: Oder redet sich Wendt darauf heraus, die Worte seien im Eifer des Gefechts gefallen – wie vielleicht jene fatalen Schüsse bei Würzburg?

Eine Leserin:  Nein. Habe ich nicht gehört. Sehr subtil ist diese hetzerische Unterstellung im Kleid einer Frage auch nicht. Siehe oben: “enthemmte publizistisch-populistische Schreibe”.

Herr Augstein: Aber sind wir stark genug, die Waffen niederzulegen? [und die “Herzen und die Köpfe” der Aufständischen zu gewinnen]

Eine Leserin: So, so – die herrschende Talkshowklasse nimmt nun also britische Geheimdienst Generäle und deren Handbücher über Counter Insurgency aus den 50ern zur Kenntnis und zitiert sie zustimmend. Da muß sich die einfache Bürgerin wohl warm anziehen. Da ich zivil bin, trage ich keine Waffen (s.o.), aber ich bin eigentlich ganz froh, dass das andere für mich tun. Nur sehr reiche Leute können es sich leisten, sich die Sicherheit selbst zu kaufen oder Zweitwohnsitze in sichern Weltgegenden vor zu halten.

Advertisements