Sola Fide – Sola Scriptura – Solus Christus – Sola Gratia – Soli Deo Gloria
(die “fünf Solas” des Protestantismus)

Wie interessant! Die FAZ bringt uns – wenn auch etwas versteckt und verschämt – Nachrichten aus einem sonst unzugänglichen – fast ist man versucht “okult” zu sagen – Kosmos der gesellschaftlichen Konstruktion.

Da gibt es also eine Institution religöser Provinienz, die sich explizit selber als konformistisch versteht (“zuverlässig genau das sagt, von dem sie erwartet, dass die Gesellschaft erwartet, dass sie es sagt”) aber fortschrittlich gebärdet.

Es gibt in einem Land, das eine seiner dunkelsten historischen Perioden erlebte, als es durch einen Religionskrieg entvölkert wurde, eine Institution, die ihre Identität und Legitimität in der Gesellschaft daraus ableitet, das sie – wie der ADAC, der BDI oder eine x-Beliebige politische Partei (eingeschlossen der AfD und außer der CDU) “zuverlässig” stereotype Meinungen vertritt. Bei dieser selbstverstärkenden Lautsprecherrei ist es offenbar nicht wesentlich, welche Meinungen da wieder und wieder zum Besten gegeben werden.

Da vergisst scheinbar ein relevanter Anteil der qualifizierten Öffentlichkeit, daß die Geschichte der Neuzeit in Europa darin besteht, das die Gesellschaft die Religionen domestiziert und nicht diese die Politik!

Da übersieht der Autor des Artikels, daß die Ursache der Intoleranz die wir in der öffentlichen Debatte erleben, vielleicht gerade diesem “religiöse Element” geschuldet ist (“religiösen Aufwertung politischer Positionen“).

Da übersieht der Autor des Artikels, daß die Leichtfertigkeit mit der die Regierung heute nicht nur mit einfachen Gesetzen sondern mit der Verfassung umgeht vielleicht daraus gespeist wird, das sie sich in diesem religiösen Sinne gerechtfertigt sieht.

Das Gute an all diesen Nachrichten: Diese Organisation ist so weltlich und relevant wie die aneren genannten Verbände. Da so eine “Kirche” keinen Anspruch auf Transzendenz erheben kann (will?), werden sich die Menschen, wenn sie mit dem Letzten konfrontiert sind – was trotz Jahrhunderte langer Einwänden von liberalkonservativer Seite immer noch vorkommen soll – anderwärts umschauen müssen.

Schade drum – die Denker, die diese Institution einst begründeten waren profund (siehe oben)

 

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