Die FAZ – eine lokale Tageszeitung in Deutschland – lanciert (siehe hier) eine Studie zur Computerkompetenz deutscher Schüler. Hier der Versuch einer “Evaluation” dazu:

Was hier gut läuft:

  1. Die Studie ist veröffentlicht worden und wird nicht als Behauptung in den Raum gestellt,wie dies sonst in der öffentlichen Debatte in Deutschland üblich ist.
  2. Die Studie könnte die öffentliche Diskussion dahin bewegen, mehr Geld zur Ausstattung der Schulen mit zeitgemäßen Gerätschaften (zum Bespiel Büchern aber auch Internetverbindungen, WiFi Infrastruktur etc.) zur Verfügung zu stellen statt das wenige Geld für irrsinnige Konzepte wie “Schulserver” (die schon bei der Installation nicht funktionieren, geschweige denn einen Monat später) zur verbraten. (P.S.: Die Umwidmung von Personalmitteln – schon 2 % würden reichen – in Sachmittel wage ich nicht einmal vorzuschlagen – s.u.)
  3. Die Haltung “Computer? Was hat das mit meinem Deutschunterricht zu tun?” könnte als das was sie ist erkannt werden: Eine Ausrede träger Lehrkräfte.

Und nun was schlecht läuft:

  1. Die Leser der FAZ diskutieren hier über eine Studie von “Schulforschern” und “Erziehungswissenschaftlern”, die sich Definitionshoheit über “21st centrury Skills” anmaßen.
  2. Die Wissenschaftler erkennen nicht (oder verschweigen es lieber), dass die Kompetenzen, die sie einfordern wie etwa”adressatengerechte Informationspräsentation”, “selbstständiges Herstellen von Informationsprodukten”, “Hinterfragen von Informationen” Kernthemen von Fächern wie Deutsch (Sprachniveaus) oder Geschichte (Quellenkritik) sind.
  3. Die Autoren der Studien sind – Aufgrund ihrer Verankerung im Establishment der Erziehungsindustrie der Republik – einfach zu vorsichtig oder feige um den Skandal zu benennen: Eine saturierte Klasse von verbeamteten “Erziehungsarbeitern”, die in der “mir kann keiner” Haltung verharren dürfen und und Ihrem bestentlohnten Ruhestand im imaginierten Burnout entgegen dämmern. Alimentiert von einem Staat, der sich gerne jedes “kritische Potential” vom Hals halten möchte. Die verlorene Generation ist nicht die der Schüler, sondern die die der Lehrer (oder Meta-Lehrer wie die Studienautoren).

Das war jetzt wirklich “balanced” oder?

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